Pilotprojekt Vollholzhaus

Die Idee

Ursprünglicher Gedanke war es, eine Bauweise zu entwickeln, in der Holz alleine eine Rohbauwand bildet, die ausreichend dämmt und luftdicht ist, ohne zusätzlichen Dämmstoff. Hierbei soll auch vollständig auf Folien und Klebstoffe verzichtet werden. Eine weitere Intention ist es auch zu beweisen, dass Holz besser dämmt und mehr kann, als die Norm es ihm zutraut.

Wandaufbau

Die Rohbauwand besteht von innen nach außen aus 10cm dicken senkrecht stehenden Balken "Mann an Mann" und fünf Lagen Nut & Feder Brettern je 3cm. Diese fünf Lagen Bretter sollen die erforderliche Winddichtigkeit leisten.

Sämtliche Bauteile werden bewusst sägerauh verwendet um zum Einen möglichst wenig Bearbeitungsschritte zu haben und zum Anderen zwischen den einzelnen Lagen möglichst wenig Kontaktfläche zu erreichen. Dadurch wird eine ruhende Luftschicht eingeschlossen.


Elementstöße

Um die nötige Dichtheit von Elementstößen zu erhalten wird eine Hanfmatte eingelegt und der Stoß verschraubt und vernagelt.


Fensteranschlüsse

Auch bei den Fenster- und Türanschlüssen wird auf Kleber und Kunststoffe verzichtet und die Fugen mit Hanf gestopft und somit gedämmt und abgedichtet.


Musterhäuschen

Um den tatsächlichen Dämmwert von Holz zu ermitteln und die Luftdichtheit der geschilderten Bauweise nachzuweisen wurde ein transportables Versuchs- und Musterhäuschen gebaut. Derzeit werden entsprechende Tests durchgeführt.


Messverfahren

Mit einem elektrischen Strahlungsheizkörper wird der Innenraum des Musterhäuschen konstant auf 20°C aufgeheizt. Dabei werden ständig Temperatur und Luftfeuchtigkeit außen und innen sowie der Energieverbrauch der Heizung gemessen. Über diese Messwerte kann auf den Dämmwert der Wand zurück gerechnet werden. Erste Ergebnisse haben gezeigt, dass eine Massivholzwand wesentlich besser dämmt, als die Norm angibt.

 

Außerdem sorgt die Massivholzwand für eine konstante Luftfeuchtigkeit von etwa 50%, was sich positiv auf das Wohlbefinden der Nutzer auswirkt.

 


Projektpartner